Fachverband Psychologie für Arbeitssicherheit und Gesundheit e.V. Fachverband Psychologie für Arbeitssicherheit und Gesundheit e.V.

Arbeitsgestaltung

Willkommen im Expertenkreis „Psychologische Arbeitsgestaltung“!

Gegenstand psychologischer Arbeitsgestaltung ist die Analyse und Bewertung von Arbeitstätigkeiten einschließlich ihrer Bedingungen und Auswirkungen als eine wesentliche Grundlage zur Erarbeitung von Gestaltungsvorschlägen und Personalentwicklungsmaßnahmen. Die Gestaltung der psychisch wirksamen Bedingungen der Arbeitstätigkeit und ihrer Ausführungsbedingungen richtet sich im Wirkungsgefüge von Mensch-Technik-Organisation (MTO-Ansatz) auf drei Schnittstellen: Mensch-Aufgaben-Schnittstelle, Mensch-Technik-Schnittstelle sowie die Mensch-Organisations-Schnittstelle. Zentrales Anliegen psychologischer Arbeitsgestaltung in diesem Wirkungsgefüge ist, die Arbeitsaufgaben, die technischen Arbeitsmittel (Soft-und Hardware) sowie die Kooperations- und Kommunikationsstrukturen in Unternehmen so zu gestalten, dass sie dazu beitragen, Produktivität und Humanität sowie eine hohe Qualität der Arbeit und ihrer Ergebnisse als gleichwertige Ziele zu realisieren?

Ziel

dieses Expertenkreises ist, theoretisch begründete und empirisch fundierte Konzepte und Instrumente psychologischer Arbeitsgestaltung bereitzustellen, zu vermitteln und im Austausch mit der betrieblichen Praxis weiterzuentwickeln. Ein weiteres Anliegen dieses EK ist, wissenschaftsgestützte Verfahren und Vorgehensweisen psychologischer Arbeitsge­staltung verstärkt in betrieblichen Aus- und Weiterbildungs­konzepten zu verankern.

Leitidee

Als eine wichtige Leitlinie psychologischer Arbeits- und Organisationsgestaltung wird das „Prinzip der Gestaltungsfreiheit“ betrachtet. Gestaltungsfreiheit als Zweck und Mittel (Ziel und Weg) ist für den Entwicklungsprozess im Unternehmen aus zwei Gründen zentral: Erstens, aus Gründen der Effektivität: Ob die Ziele einer ökonomisch effizienten, ressourcen-, gesundheits- und persönlichkeitsförderlichen Arbeits- und Organisationsgestaltung erreicht werden, hängt primär von der Schaffung realer (Gestaltungs-)Freiheiten für die Beschäftigten ab. Zweitens, aus Gründen der Evaluation: Die Beurteilung der Wirksamkeit, des Fortschritts und der Nachhaltigkeit von Maßnahmen psychologischer Arbeits- und Organisationsgestaltung sollte vor allem bezüglich der Frage erfolgen, ob die Gestaltungs­freiheiten der Beschäftigten zugenommen haben.

Ansatz- und Ausgangspunkt

Die einschlägige arbeits-und organisationspsychologische Forschung hat sich seit der Humanisierungswelle in den 70iger Jahren in zahlreichen theoretischen und empirischen Studien mit Gestaltungskonzepten beschäftigt, die geeignet sind, das Prinzip der Gestaltungsfreiheit in Organisationen zu realisieren. Dabei sind es insbesondere folgende psychisch wirksame Gestaltungsprinzipien, die sich als erfolgreich erwiesen haben: Partizipative Arbeitsgestaltung, Schaffung von angemessenen Tätigkeitsspielräumen und vollständigen Tätigkeiten (Planung, Ausführung und Kontrolle liegen in einer Hand), Vermeidung von Arbeitsstörungen, ganzheitliche (mitarbeiter- und aufgabenorientierte) Führung sowie Qualifizierung und Fähigkeit zur Selbstregulation. Zentrale Fragen, die in diesem EK diskutiert werden sollen sind.

  • Was zeichnet ein wissenschaftlich fundiertes und zugleich praktikables Verfahren zur pysychologischen Arbeitsgestaltung aus?
  • Welchen Nutzen kann der Einsatz von Verfahren zur psychologischen Arbeitsgestaltung für eine Organisation besitzen? Wie lassen sich Aufwand und Ertrag kalkulieren?
  • Wie lassen sich Maßnahmen psychologischer Arbeitsgestaltung den Verantwortlichen im Unternehmen vermitteln, nachhaltig umsetzen und evaluieren?

 

Derzeige Koordinatoren dieses Expertenkreises

Rainer Wieland, Oliver Sträter, Lutz Packebusch, Martin Schmauder

 

Kontakt

rainer.wieland@fv-pasig.de

 

„Wenn Freiheit das ist, was die Entwicklung vorantreibt, haben wir ein gewichtiges Argument dafür, uns auf diesen umfassenden Zweck zu konzentrieren, statt bei einigen spezifischen Mitteln oder einer ausgewählten Liste von Instrumenten stehenzubleiben. Entwicklung im Sinne der Entwicklung gewichtiger Freiheiten zu begreifen, lenkt den Blick auf eben die Zwecke, die Entwicklung so wichtig machen, statt nur auf einige Mittel, die unter anderen eine herausragende Rolle spielen“ (Sen, 2012, S. 13).