Fachverband Psychologie für Arbeitssicherheit und Gesundheit e.V. Fachverband Psychologie für Arbeitssicherheit und Gesundheit e.V.

18.12.2015

Expertenkreis „Psychische Belastung und Beanspruchung“

Der Expertenkreis „Psychische Belastung und Beanspruchung“ war auf der 9. Fachgruppentagung Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie in Mainz mit einer Arbeitsgruppe vertreten. Unter dem Titel „Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen“ wurden unter der Leitung von Prof. Dr. Rainer Wieland und Prof. Dr. Rüdiger Trimpop fünf Beiträge als Input für eine angeregte Diskussion vorgestellt:

  • Psychische Belastungserfassung als wesentliches Element bei der Gefährdungsbeurteilung organisationaler Mobilität: Ria Stangneth, Gudrun Gericke & Rüdiger Trimpop, Friedrich-Schiller-Universität Jena
  • Gefährdungsbeurteilungen als Verhaltens- oder Verhältnisorientiertes Instrument? Empirische Befunde: Tobias Ruttke, Maxi Nieber & Rüdiger Trimpop, Friedrich-Schiller-Universität Jena
  • Vorhersage von Risikoprofilen psychischer Belastung und Beanspruchung: Mike Hammes & Rainer Wieland, Bergische Universität Wuppertal
  • Psychische Gesundheit - Unternehmensressource der Zukunft? Rainer Wieland & Mike Hammes, Bergische Universität Wuppertal
  • Zum Spannungsfeld der vom BMA, den Arbeitsschutzbehörden und Unfallversicherungsträgern getroffenen Vereinbarungen zur Mindestqualität von Gefährdungsbeurteilungen zur psychischen Belastung nach dem Arbeitsschutzgesetz und wissenschaftlichen Qualitätsanforderungen: Boris Ludborzs

Verbindender Inhalt dieser Beiträge war die Gefährdungsbeurteilung bezüglich psychischer Belastungen, die aus ressourcen-orientierter Perspektive (Wieland & Hammes), der Perspektive der Messung und Bewertung (Stangneth, Gericke & Trimpop; Ruttke, Nieber & Trimpop; Hammes & Wieland) sowie aus der Perspektive betrieblicher und gesetzlicher Anforderungen (Ludborzs) beleuchtet wurde.

Mit dem Auditorium wurde angeregt über folgende Fragen diskutiert:

  • Wie lässt sich die Gefährdungsbeurteilung bezüglich psychischer Belastungen als Instrument des „normalen“ Managements etablieren?
  • Was zeichnet ein wissenschaftlich geprüftes und zugleich praktikables Verfahren aus?
  • Welche Rolle sollte oder kann die Arbeitspsychologin bzw. der Arbeitspsychologe im Kontext der Gefährdungsbeurteilung bezüglich psychischer Belastungen einnehmen.

Die Diskussion dieser Fragen mit allen PASiG-Mitgliedern ist in Bezug auf die Meinungsbildung und griffige Argumentationslinien von Bedeutung.

Der Abstract-Band der AOW Fachgruppentagung 2015 steht online zur Verfügung unter

http://www.aow2015.uni-mainz.de/files/2015/09/AOW2015_Abstract-Band-web.pdf